Humusaufbau

HUMUSAUBAU

Erträge von über 10.000Kg Getreide/ha OHNE zusätzliche Stickstoffdüngung, massiven Pflanzenschutz und schwere Bodenbearbeitung. Das ist nicht nur möglich, sondern kann die Regel sein, wenn die Humusgehalte und somit die Nährstoffversorgung stimmen.

Nachhaltige Bodennutzung mit stetig steigender Bodenfruchtbarkeit ist nur möglich, wenn der wichtigste Faktor, die Bodenbiologie, mit allen Mitteln gefördert und stabilisiert wird. Dies wiederum kann man nur erreichen, wenn man den Boden als ein eigenes, sehr komplexes, aber dennoch einfach zu verstehendes selbstregulierendes System anerkennt und dementsprechend handelt.

Nur biologisch aktive Böden können stabile, hohe und qualitativ hochwertige Erträge hervorbringen.

Des weiteren sind biologisch aktive Böden in ihrer Ertragsfähigkeit nahezu nicht begrenzt.

DREIECK DER BODENENTWICKLUNG

bilden ein Dreieck, welches das System Boden darstellt.

Die Bodenchemie und die Bodenphysik bilden das Fundament für die Bodenbiologie!

Es ist wie beim Hausbau: Wenn das Fundament nicht stimmt, wird das eigentliche Haus immer wieder zusammenbrechen.

Bodenchemie

Die Bodenchemie ist die erste Hürde im Verstehen des Systems Boden.

Hat man endlich das Fach Chemie in Schule und Studium hinter sich, ist man froh, dieses Thema den Fachlaboren, der Beratung und Industrie vermeintlich überlassen zu können.

Was dabei sehr oft übersehen wird, ist die Tatsache, dass wir mit Düngemaßnahmen nicht nur Pflanzen ernähren, sondern auch massiv Einfluss nehmen auf die physikalischen Eigenschaften eines Bodens und die Möglichkeiten einer guten Entwicklungsgrundlage der Bodenbiologie.

Der wichtigste Punkt ist die Tatsache, dass nicht absolute Werte einzelner Elemente ausschlaggebend sind, sondern die Relationen verschiedener Elemente zueinander.

Des weiteren denken wir meistens an Mangelsituationen und denken nicht daran, dass Überschüsse genau so begrenzend auf Ertrags- und Bodenentwicklung wirken können. Das können nicht nur Phospor- und Kaliüberschüsse sein, sondern z.B. auch Calziumüberschüsse.

Um all das erfassen zu können, sind detailliertere Bodenuntersuchungen und entsprechende Auswertungen absolut notwendig und wichtig. Nur wenn wir die Werte von den Flächen haben, für die wir verantwortlich sind, können wir auch richtig handeln.

Ein Beispiel aus unserem Betrieb:

Unsere Aufmerksamkeit galt immer der Stickstoffversorgung, zusätzlich noch Phosphor und Kalium. Das Element Schwefel dagegen war einfach nicht in unserem Bewusstsein. Es ist auch in keinen Standard-Bodenproben aufgeführt. Erweiterte Bodenuntersuchungen zeigten einen massiven Schwefelmangel.

Besonders für Leguminosen, aber auch für die Bodenbiologie ist der Schwefel ein Schlüsselelement. Zwei der essentiellen Aminosäuren basieren auf Schwefelverbindungen!

Der Einsatz von 25Kg elementarer Schwefel/ha brachten uns Soja 1500Kg/ha Mehrertrag!

ACHTUNG!!

Ich will damit nicht in den Raum stellen, dass wir für alle Zeiten jede kleinste Menge Spuren- und Mengenelemente aus dem „Sack“ düngen sollen.

ABER: Wenn wir die Bodenbiologie soweit bringen wollen, dass sie diese Funktionen durch Nachlieferungen aus dem eigenen Reservoir und der mineralischen Basis des Bodens bereitstellen kann, dann müssen wir die Grundlagen dafür schaffen, dass sie sich dahingehend entwickeln kann.

Bodenphysik

Die Bodenphysik ist der entscheidende Faktor für den wichtigsten Nährstoff, den sowohl die Pflanze als auch die Bodenbiologie brauchen. SAUERSTOFF

Mit einem entsprechenden Porenvolumen, das biologisch stabilisiert ist, sorgen wir dafür, dass die Sauerstoffversorgung der Pflanzenwurzeln und der Mikrobiologie gewährleistet ist.

Sauerstoffarme oder gar sauerstofffreie Bodenbereiche entwickeln unweigerlich Fäulnisprozesse. Hier gibt es überwiegend/ausschließlich abbauende Prozesse, die IMMER Nährstoffverluste, Umweltbelastungen und Humusabbau zur Folge haben.

Porenvolumen bedeutet aber auch, dass der Boden eine gute Durchwurzelung und Wasserspeicherung ermöglicht und Besiedlungsraum für die Bodenbiologie bereitstellt.

Somit sind verdichtete Böden ein absolutes Entwicklungshindernis für eine nachhaltige Bodenentwicklung. In verdichteten Böden ist kein Humusaufbau möglich!

Die Verdichtungen können entstehen durch:

  • zu schwere Maschinen (Richtwerte: Achslast max. 5 t je Achse, Luftdruck 0,8 bar)
  • falsche Bodenbearbeitung (falscher Zeitpunkt, falsche Technik)
  • chemische Ungleichgewichte (z.B. Kalk- oder Kalzium-Überschuss, Kalkmangel etc.)
  • fehlende Lebendverbauung (fehlende Stabilisierung der Krümelstruktur)
  • extreme Witterungsbedingungen

Bodenbiologie

Wenn das Fundament stimmt (Chemie und Physik), dann sind wichtige Rahmenbedingungen für die Bodenbiologie geschaffen.

Ein biologisch aktiver Boden hat ohne weiteres ca. 10.000Kg Bodenleben/ha bis in 80cm Bodentiefe. Davon ist mehr als 50% für das bloße Auge nicht sichtbar (= Mikrobiologie).

Somit haben wir im Boden Leben in der Größenordnung von 20 Kühe, das sind 20 GV (GV = Großvieheinheiten) je ha zu füttern. Zum Vergleich: in der Tierhaltung liegt die max. Bestandsdichte im Biobereich bei 2 GV/ha.

Um diese Menge an Bodenleben zu „füttern“, brauchen wir Energie. Diese wird durch lebende Pflanzen und Pflanzenrückstände bereitgestellt. Dafür liefert die Bodenbiologie das Bodennahrungsnetz, das dafür sorgt, dass Pflanzenrückstände über viele Stufen abgebaut und die Nährstoffe lebend verbaut den Pflanzen zur Verfügung stehen. Hier liegt das Geheimnis der hohen Produktivität biologisch aktiver Böden. Das Bodenleben speichert nicht nur Nährstoffe und stellt diese den Pflanzen bei Bedarf verlustfrei zur Verfügung. Wasserspeicherung, Hygienisierung des Bodens und Kohlenstoffbindung (und somit aktiver Beitrag der CO2-Reduzierung der Atmosphäre) sind weitere wichtige Eigenschaften.